Camping-

Geschichten


Meine Camper-Geschichten


Der Anfang - meine ersten Camping-Erfahrungen

Erste Erfahrungen sammelte ich beim Campen mit meinen Eltern am "Dahna Matchores", dem Neudahner Weiher.

Die Fotos sind 1963 und 1965 entstanden. Damals gab es die Dauercamper mit überdachten Wohnwagen und Einbauküche im Vorzelt noch nicht. In der Nähe unseres Zeltplatzes stand ein aus Brettern zusammengezimmertes Klo-Häuschen, in dessen Inneren sich ein Plumpsklo mit selbst ausgehobener Grube befand. Nebenan war noch eine Grube - allerdings kleiner und mit einem hölzernen Deckel verschlossen - das war unser Kühlschrank, der energieneutral und FCKW-frei funktionierte. Den Begriff "Wildcampen" kannte man damals noch nicht. Ich kann mich erinnern, dass wir Anfang der 1970er auf einer Wiese unter der PWV-Hütte im Dahner Schneiderfeld gezeltet haben - kein Mensch störte sich daran. Sonntags wurde am Zelt der Reißverschluss runtergezogen - Freitags darauf kamen wir wieder - und es war noch alles da.

 

Ach ja - die beiden Fotos wurden exakt an der gleichen Stelle aufgenommen...

 

 

Irgendwann sind dann meine Eltern auf die Idee gekommen, wieder unter die Camper zu gehen. Das Ganze fand am Schöntalweiher (Lagerweiher) auf einem recht einfachen Campingplatz statt. Über Sommer schliefen wir in einem Hauszelt, das natürlich im Herbst wieder abgebaut wurde. Anfang der 1970er wurde das Zelt durch einen Wohnwagen ersetzt und aus Saison-Campern wurden Jahrescamper.

Zugegeben, als Jugendlicher hatte ich meinen Spaß, die Wochenenden am Lagerweiher zu verbringen - aber irgendwann kannte ich jeden Weg, jeden Stein und hatte auch irgendwann andere Dinge im Kopf, als mit Mama und Papa die Wochenenden im Wohnwagen zu verbringen.

 

Danach gab es die üblichen Dinge, die man als Jugendlicher so mitmacht - mir den Kumpels zelten gehen, egal ob mit oder ohne Zelt, erlaubt oder nicht.... 

Zu meinen Moped-Zeiten wurde am 1. Mai am Berwartstein gezeltet, egal wie das Wetter war. Ebenso hatten wir in der Nähe des Saarbacherhammers oder des Lagerweihers gezeltet oder auch am Rohrwoog. Es war damals allerdings immer so, dass wir zwar Feuer gemacht hatten, aber eben im Rahmen und abgesichert. Ausserdem haben wir unseren Platz immer aufgeräumt und sauber verlassen.

Ich kann mich noch gut an einen Moped-Ausflug zum Holiday-Park erinnern, bei dem wir in der Nähe von Hassloch direkt neben einem Schild "Zelten und Campieren verboten" übernachtet haben - natürlich bekamen wir Besuch von der Polizei. Die freundlichen Beamten machten uns darauf aufmerksam, dass es sicherer sei, eine Wache aufzustellen und fuhren wieder.... gute alte Zeit....

Nachts begann es dann zu regnen und wir machten die Erfahrung, dass in ein 3-Mann-Zelt viel mehr als 3 Leute passen - wenn die Motivation vorhanden ist.


Die Geschichte vom Gas

 

Man wird älter, eventuell auch reifer, ich habe geheiratet, wir hatten Kinder....

Die erste Camping-Erfahrung mit Famlie machten wir mit Zelt im Tannheimer Tal, auf einem Campingplatz, durch den ein Wanderweg führte - vergessen wir das - nie wieder Zelten mit Familie....

Irgendwann haben wir uns einen Wohnwagen angeschafft und planten den ersten Urlaub mit einem befreundeten Ehepaar. Wir buchten (...und bezahlten im Voraus) einen Platz in Angera am Lago Maggiore - ohne die geringste Ahnung, was uns da erwartet.

Ein Arbeitskollege - auch Camper - hatte uns damals beraten. Ich erfuhr Dinge wie Gesamtgewicht, Stützlast usw. - davon hatte ich nie gehört. Eines sagte mir der Kollege aber immer wieder: "NEHMT GENUG GAS MIT, IN ITALIEN KRIEGT IHR KEINS!"

Wir haben das gemacht - ich sammelte alle möglichen Gasflaschen und ließ sie füllen - die letzten haben wir vor 2 Jahren (also 26 Jahre später) verbraucht...

Der Urlaub war - trotz der schönen Gegend - ein Reinfall. Zunächst kamen unsere Bekannten zur Abreise entgegen unserer Absprache ohne Kind an, dann machten wir den Fehler und fuhren Nachts los - am nächsten Morgen waren wir in Italien . übermüdet und genervt - und die Kinder, die während der Fahrt geschlafen hatten, waren topfit. Ausserdem kamen wir auf einen überfüllten Campingplatz mit über 2000 Stellplätzen - Sauberkeit war nicht unbedingt deren Stärke. Wie auch immer, wir haben das Beste daraus gemacht und uns die Gegend angesehen - unsere Bekannten haben das anscheinend nicht verstanden und sind schließlich 2 Tage vor uns heimgefahren. Die letzten beiden Tage waren dann ganz in Ordnung, wir kamen wohlbehalten  zu Hause an und freuten uns, dass unser Gas gereicht hatte....


Das erste Wohnmobil - ein Eigenbau

Aus Teilen unseres Wohnwagens und einem Ford Transit für 1000.- Mark habe ich 1992 unser erstes Wohnmobil gebaut. Der Mann vom TÜV hatte mir Tipps zum Umbau gegeben - auch dafür, wie ich das Dach höher machen kann. Das ich es so hoch gemacht habe hat ihn zwar überrascht, aber es gab keine Probleme bei der Abnahme.

Im Innenraum gab es 4 Sitz- und 4 Schlafplätze, ein Bett, das man tagsüber nach oben klappen konnte, einige Schränke und eine Küchenzeile. Auch vom Wohnwagen hatte ich die Kederschiene und das dazugehörende Vorzelt - hier erkannte man den ehemaligen Wohnwagen-Fahrer.

Aus Platzgründen - und weil ich es damals nicht besser wusste - verzichtete ich auf eine Nasszelle und legte mehr Wert auf "Speis und Trank", also einen Kühlschrank und einenKocher hatten wir ...

An "Wildcampen" war also nicht zu denken, ebenso hatte das Wort "Autark" für uns keinerlei Bedeutung. Für uns war dieses Vehikel ein Wohnwagen, der selbst fuhr und wir verbrachten mit dem Teil unsere schönsten Urlaubsfahrten.

Der erste Urlaub führte uns mal wieder an den Lago Maggiore, diesmal nach Germignaga auf einen blitzsauberen Campingplatz. Wir fuhren nicht nachts sondern abends los, übernachteten auf einem Rastplatz in der Schweiz und kamen ausgeruht in Italien an. Einzig der eingebaute Gaskocher hat durch sein Geklappere genervt, was wir aber durch ein Handtuch in den Griff bekamen.


Monster in türkis - das Alles-Dabei-Auto

Nach den ersten Urlaubserfahrungen war es an der Zeit, einige Dinge wieder auszubauen und sie durch andere Dinge zu ersetzen - der Bau ging weiter - auch um  mehr Platz zu schaffen. Ich verpasste dem WoMo eine "Nase", baute die Küchenzeile aus (....wir kochten eh immer im Vorzelt) und verbrauchte einige Restbestände an Farbe. Natürlich waren wir mit dem Auto nicht autark unterwegs und machten unsere Urlaube nach wie vor auf dem Campingplatz, wenn auch ohne vorherige Planung oder gar Buchung.

Als Alltagsauto hat sich das Teil allerdings aufgrund seiner Größe nicht bewährt. Trotzdem war das Ding oftmals hilfreich - z.B. beim Kindergartenfest, als etwa 10 Kinder zu fortgeschrittener Stunde darin geschlafen hatten....

Urlaub machten wir natürlich auch - z.B. eine Tour durch Oberbayern, wir waren am Königsee, in Piding, am Chiemsee und auf dem Rückweg auch am Titisee im Schwarzwald. Es ist kaum zu glauben, was in dieses Ding alles reinpasste. Fahrräder, alle möglichen Spiel- und Strandsachen, ein Schlauchboot mit E-Motor, alle Dinge des täglichen Bedarfs und natürlich gekühlte Getränke.

Eine weitere Urlaubsfahrt führte uns entlang der ligurischen Küste - nach einer Nacht bei Celle Ligure landeten wir bei "Camping Charly" in Savona und verbrachten dort einen wunderbaren Urlaub. Nur: Radfahren in Italien - das ist so eine Sache...

 


Camping Charly - mit Zelt & Familie in Italien

Auch die nächsten beiden Urlaube verbrachten wir bei Camping-Charly in Savona - zunächst in einem Ferienhäuschen auf dem Platz, das eigentlich nur etwa 5 Mark pro Nacht teurer war, als ein Stellplatz. Dafür brauchten wir uns weder um Strom, noch um Gas oder Betten zu kümmern. Wir hatten dafür unser Auto dabei und konnten die Umgebung nach Belieben erkunden. Dabei fanden wir auch eine Art Imbiss an der Küstenstraße, an dem es die besten Hamburger der Welt gab.

Obwohl wir es hätten wissen müssen machten wir das nächste Mal  wieder einmal Urlaub mit Zelt und einer befreundeten Familie (die in einem der vorher erwähnten Ferienhäuschen schlief). Bei diesem Urlaub stellten wir einmal mehr fest, dass Zelten nicht für uns erfunden wurde. Dafür brachten unsere Bekannten den Opa mit, der uns jeden morgen pünktlich um 8 Uhr die Brötchen zum Frühstück brachte. Für uns absolut unverständlich gab es pünktlich um 12 Uhr Mittagessen - glücklicherweise konnten wir uns darauf einigen, abends irgendwo essen zu gehen. Danach ging es nochmal an den Strand oder zum Luna-Park, einer Art Jahrmarkt, der das ganze Jahr über geöffnet hat.

Wie auch immer, wir verbrachten schöne Zeiten in Savona, wenn auch diese Besuche nicht ganz so gut wie der Erste waren.


Die italienische Reise - nicht nur Goethe hatte das gemacht...

Mittlerweile war es für meine Frau und mich an der Zeit, auch einmal was ohne Kinder zu unternehmen.

Mit einem 750-Kg-Ossi-Wohnwagen machten wir uns Richtung Italien auf den Weg.  Den "Wohnwagen" - vielmehr eine Übernachtungsgelegenheit mit Küchenzeile hatte ich gerade von einem Bekannten gekauft - aber (glücklicherweise) noch nicht bezahlt - mehr dazu später....

Wir fuhren über den Lago Maggiore nach Pisa und schauten dort nach, ob der schiefe Turm noch stand. Zum ersten Mal haben wir erlebt, dass es auch einem Campingplatz weder getrennte Duschen, noch getrennte Toiletten gab - man ging einfach rein, wo frei war...

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Rom. Dort fanden wir einen Campingplatz - Camping Seven Hills - der eigentlich keine Wünsche offen ließ. Die Wege und Stellflächen waren akurat durch verschiedenfarbigem Schotter gekennzeichnet und überhaupt war der ganze Platz sehr sauber und gepflegt. Überall liefen Tiere herum - von Hunden und Katzen über Hasen, Pfauen und Emus - alles lief frei herum und hat sich vertragen. Direkt vom Platz aus konnten wir mit dem Bus ins Stadtzentrum fahren - viel besser kann es nicht sein. Allerdings wurden wir bei der Stadtbesichtigung von einem Platzregen überrascht und mussten dann warten, bis uns unser Bus wieder zurückbrachte. So sind wir am nächsten Tag mit dem Auto in die Innenstadt gefahren - ein völlig neues Fahrgefühl...

Nach zwei Tagen in Rom fuhren wir durch die Toscana zurück Richtung Venedig. Mittlerweile hatten wir ein richtiges "Sauwetter" - es regnete den ganzen Tag. Den Höhepunkt erlebten wir dann auf einem Campingplatz in Padua, als wir feststellen musste, dass unser Ossi-Wohnwagen nicht unbedingt für schlechtes Wetter gemacht war. Alle Polster und Klamotten waren klamm, auch die mittlerweile eingeschaltete Heizung änderte wenig an dem Zustand. Als wir dann im knöcheltiefen Wasser das Vorzelt aufbauen wollten ist das Ding wie Papier zerrissen - es wurde wohl irgendwann feucht eingepackt. Genervt habe ich das Ding in die Tonne geschmissen - der Tag war gelaufen.

Dafür hatten wir am nächsten Tag wieder gutes Wetter und erlebten Venedig von seiner schönsten Seite. Sogar der Sonnenuntergang sah genau so kitschig aus, wie in unserem Reiseführer. Später erfuhren wir dann, dass Venedig einige Tage zuvor komplett überflutet und wohl deshalb so sauber war. Den Rückweg zu unserem Parkhaus hätten wir wohl nicht so einfach gefunden und sind daher mit einem Taxi-Boot gefahren. Der Fahrer verlangte 80 000 Lire - ich hab ihm 50 000 gegeben - das oder nix - entsprechend ist er dann auch fluchend gefahren...

 

Kurios: Ein Bekannter war EINEN Tag nach uns in Venedig - da die Handy-Netze noch nicht perfekt funktionierten, hatten wir uns verpasst. Während wir Venedig von seiner schönsten Seite erlebten, preiswert und gut gegessen hatten, zahlte er am Markusplatz umgerechnet 80 Mark für eine Flasche Wein und eine Flasche Sprudel. Dann  bekam er auch noch Streit mit einem Gondoliere, den er dann ins Wasser schmeißen wollte - er wird wohl nicht mehr nach Venedig fahren....

 

Am nächsten Tag schauten wir uns noch Verona und den Gardasee an, bevor wir zurück in die Heimat fuhren.

 

Dort angekommen stellte ich meinem Bekannten seinen Wohnwagen in den Hof - mit dem Kommentar, er solle mich nie fragen, WARUM...

 

Trotz allem - es war eine schöne Tour, die wir irgendwann bei besserem Wetter mit besserer Ausrüstung wiederholen werden.


Die Camper - Jahrescamping am Lagerweiher

Nach den Italien-Urlauben kümmerten wir uns mehr um unseren Schrebergarten und kamen durch Zufall wieder zu einem Wohnwagen.

 

Dann ist es passiert: Wir wurden Jahres-Camper....

 

Auf dem Campingplatz beim Camping-Club am Schöntalweiher gab es drei Arten des Campings:

Die Mitglieder:

Sie standen normalerweise in einem gesonderten Bereich, waren also "unter sich" und sie mussten ein- oder zweimal Hüttendienst in der Vereinsgaststätte machen.

Die Jahrescamper:

Die Wohnwagen konnten das ganze Jahr über stehenbleiben, manche waren überhaupt nicht mehr fahrbereit. Jahrescamper mussten keinen Hütten- oder Arbeitsdienst machen, dafür zahlten sie etwas mehr als die Mitglieder.

 

Dann gab es noch Plätze für Kurzurlauber oder Tagescamper.

 

Über alles auf dem Platz herrschte der Platzwart und es konnte durchaus auch mal vorkommen, dass man nach einer Urlaubsfahrt zurückkam und irgendwelche fremde Leute auf deinem Platz standen - Zitat Platzwart: "Ich hab jo net gedenkt, dass ihr schunn widder häämkomme...."

Als wir uns dann auch noch einen Hund anschafften, der auf diesem Platz nicht willkommen war, wechselten wir auf den anderen Platz am Schöntalweiher.

Diesen Wechsel verdankten wir nur der Tatsache, dass vorher einige Leute diesen Platz verlassen hatten. Normalerweise haben die nur Leute genommen, die auch ihren Wohnwagen dort gekauft haben... Der Eigentümer des Platzes führt übrigens einen erbitterten Kampf gegen die Wildcamper...

Auf diesem Platz war es eigentlich so lange in Ordnung, bis der Platzwart gesundheisbedingt seinen Job aufgeben musste. Der Nachfolger hätte auch Präsident in Hausmeister Krauses Dackelclub sein können - er hielt sich selbst für die Krone der Schöpfung und seine Frau fühlte sich, wie die First Lady....  woruf sie sich etwas einbildete bleibt ein Rätsel.

Wir kamen Freitag abends an und waren noch nicht richtig ausgestiegen, da stand der Meister auch schon neben dem Auto und begrüßte uns mit den Worten: "Ihr müsst mal wieder den Rasen mähen..." So eine Begrüßung macht Laune und als dann auch noch in unseren Wohnwagen eingebrochen wurde, war der Zeitpunkt erreicht, den Spuk zu beenden.

Übrigens saß der Platzwart mit seinem Hofstaat während des Einbruchs im Aufenthaltsraum des Platzes - der oder die Einbrecher MUSSTEN an ihm vorbei - gemerkt hat er nur, dass das Gras schon wieder zu hoch war...


Die Zeit an der Mosel - mit dem Wohnwagen unterwegs

Jahrescamping war einmal, der Wohnwagen stand in der Garage, war aber angemeldet und fahrbereit. So verschlug es uns irgendwann an die Mosel - genauer ins Dreiländereck Frankreich - Luxemburg - Deutschland.

Wir fanden einen Platz in Nennig, den wir für einige Jahre immer wieder an mehreren Wochenenden im Jahr anfuhren. Der Platz war einfach, dafür günstig, wir hatten eine herrliche Lage und genügend Ausflugsziele.

Irgendwann machten wir den Fehler, unseren Wohnwagen für die Restsaison stehen zu lassen und waren fast jedes Wochenende dort. So merkten wir erst einmal, wie es auf diesem Platz zuging - über Nachtruhe konnte man zwar am "schwarzen Brett" was lesen, aber eigentlich machte jeder, was er wollte. Es war völlig normal, dass nachts Autos über den Platz fuhren  (die Schranke war zwar geschlossen, aber eben nicht verschlossen...) oder dass unser Nachbar bis 3 Uhr morgens im Vorzelt vor seinem Flatscreen mit Surround-Anlage saß. Die Sauberkeit der Sanitäranlagen gab uns den Rest und wir fanden ein neues Ziel auf der Luxemburger Seite. Der Platz war sehr sauber, ordentlich, mit neuen Sanitäranlagen und seltsamerweise günstiger als der Platz in Deutschland.

Wir waren dort bis letztes Jahr (2019) regelmäßig zu Gast und kamen sowohl mit den Betreibern, als auch mit den anderen Gästen sehr gut aus.

Diesen Platz kann ich nur empfehlen: 

 

Port et Camping de Schwebsange

1 am Hafen, 5447 Schwebsingen, Luxembourg

+352 23 66 44 60

info@camping-port.lu


Wieder ein Wohnmobil - diesmal ein Richtiges

Unser Wohnwagen war in die Jahre gekommen und die ständige Hin-  und Herfahrerei ging uns auf die Nerven. Etwas anderes musste her.

Wir haben lange überlegt - neuer Wohnwagen ? Neues Wohnmobil ? Wohnmobil wieder selbst bauen ? Oder ein gebrauchtes Wohnmobil um auszuprobieren, ob das überhaupt was für uns ist....

Die Wahl fiel nach gefühlten 100 Händler-Besuchen und Besichtigungen auf ein gebrauchtes Wohnmobil mit relativ wenigen Kilometern und ansprechender Innenausstattung. Wir fanden das Teil bei Ebay-Kleinanzeigen, die Verkäufer waren nett und das Preis-Leistungsverhältnis hat gepasst.

Nun machen wir das, was wir uns schon lange gewünscht haben: Wir fahren spontan weg und bleiben, wo es uns gefällt...

Kleine Anmerkung bezüglich der vielen Negativ-Berichte in unserer Tagespresse: Nein, wir sind keine "Wildcamper", die irgedwo im Wald oder auf Feldwegen rumstehen. Wir lassen auch kein Wasser in der freien Natur ab, leeren unsere Toilette nur da, wo es auch erlaubt ist und entsorgen unseren Müll legal - zur Not auch erst zu Hause. Mit unseren Wasser- und Stromvorräten können wir dank LED-Beleuchtung und einer zweiten WC-Kassette, fast eine Woche lang völlig autark stehenbleiben. Es gibt fast überall Wohnmobil-Stellplätze, auf denen man legal für kleines Geld übernachten darf. Wenn sich wirklich nichts anderes findet, bleiben wir auch mal für eine Nacht auf einem öffentlichen Parkplatz stehen - aber Wald- und Feldwege sind und bleiben tabu, ebenso wie Grillen oder Lagerfeuer in der freien Natur.

Geeignete Stell- und Campingplätze finden wir übrigens mit der App "Stellplatz-Radar", die uns bisher gute Dienste geleistet hat.


Entlang der Mosel

Einer der Hauptgründe, ein Wohnmobil anzuschaffen war der, dass wir einen (schon älteren) Hund und eine 19 Jahre alte Katze hatten. Daher kamen für uns momentan nur kleinere Touren von maximal 3-4 Tagen in Frage. Unsere Kinder versorgten zwar die Katze, aber nach 3 Tagen dachte die wohl, dass wir nicht wiederkommen und gestaltete das Haus nach ihren Vorstellungen um.

 

Wie den kleinen Kindern ist es uns ergangen - wir haben vor der ersten Tour fast nicht geschlafen...  haben wir alles gepackt? Ist mit dem Auto alles in Ordnung? Bekommen wir Probleme wegen der inzwischen gültigen Corona-Verordnungen?

 

Tausend Fragen, die wir uns stellten - aber kein einzigens echtes Problem. Die Camingplätze waren zwar noch geschlossen, aber die Stellplätze für Wohnmobile waren schon wieder auf. Dann ging es endlich los.

Unser Ziel war nicht genau bekannt, sicher war nur, dass wir wegen der Corona-Verordnungen Rheinland-Pfalz nicht verlassen würden.

Wir fuhren Richtung Trier, sahen ein Hinweisschild zum Bostalsee und schon hatten wir unser erstes Ziel. Danach ging es weiter, von Trier aus die Mosel entlang bis nach Bernkastel-Kues. Dort hatten wir Glück und fanden einen Stellplatz, der gerade umgebaut wurde und kein Geld kostete. Am nächsten Tag wollten wir eigentlich weiter nach Cochem, blieben aber nach einem Abstecher in Zeltingen-Rachtig in Zell/Mosel hängen. Der Stellplatz "An den Römerquellen" ist nur zu empfehlen - für 9.- Euro Übernachtungskosten hatten wir alles, was das Herz begehrt, mit Stellplatz direkt an der Mosel und etwa 600 Meter zur Altstadt. Sogar einen Brötchendienst gab es dort. Danach ging es weiter die Mosel entlang bis Cochem und dann über den Flughafen Hahn wieder zurück.

Wir kamen gut und sicher an, die Technik und das Wetter hatten mitgespielt - nur die Katze war verstimmt...


Zurück im Dreiländereck

Die zweite Tour führte uns zurück ins Dreiländereck - nicht zuletzt deswegen, weil meine Frau noch zu IKEA in Saarlois wollte.

An der Mosel angekommen besuchten wir das Haff Remich, ein durchaus sehenswertes Biosphären-Reservat. Danach bestellten wir bei unserem Stamm-Restaurant, Olympus-Grill in Nennig, unser Nachtessen - natürlich zum Mitnehmen - wir hatten ja alles dabei.

Leider verpassten wir so die Möglichkeit, auf unserem Lieblings-Campingplatz einzuchecken und verbrachten die Nacht auf einem gut besuchten, wenn auch nicht ganz legalen Stellplatz bei Remich - Glücklicherweise geht man in Luxemburg mit seinen Gästen anders um, als beispielsweise im Dahner Raum...

Der nächste Stop war in Wasserbillig, dort in der Nähe fanden wir einen Stellplatz bei einer Tankstelle - nicht besonders luxuriös, aber sauber und kostenlos...  Kostenlos nicht ganz - für die Benutzung der Serviceanlage für Zu- und Abwasser etc. sollte man in der Tankstelle für mindestens 50 Euro einkaufen - was aber kein größeres Problem darstellen sollte...

Auch diese Tour ging ohne Zwischenfall über die Bühne.


Die erste Rheinfahrt - von der Loreley nach Boppard

Weiter ging es - die nächste Tour ging an den Rhein. Wir fuhren zunächst nach Bingen, dort gibt es in der Nähe des Mäuseturms herrliche Parkanlagen direkt am Rhein - und gutes Eis...  

Über die Stellplatz-App haben wir uns für einen Stellplatz auf einem "Reiterhof" mit Loreley-Blick entschieden. Dieser Hof lag mitten in der Wallachei und war nicht gerade einfach zu finden. Zugegeben - unter einem "Reiterhof" hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Es war ein stinknormaler Bauernhof, viel Durcheinander und auf einer Wiese daneben standen auch einige Wohnmobile. Na ja - für eine Nacht....  Als wir endlich jemand gefunden hatten, der zuständig war, hat man uns ziemlich barsch erklärt, dass der Platz überfüllt sei und was wir überhaupt wollen....   WEG !

Die App verriet uns, dass der nächste Stellplatz einen Kilometer entfernt ist - Luftlinie, wie sich herausstellte. Navi an - nach etwa 3 Kilometern standen wir auf der Fähre über den Rhein und erreichten den Stellplatz nach weiteren 3 Kilometern - Direkt auf dem Loreley-Plateau. Bei dem Stellplatz handelt es sich um einen normalen Parkplatz, auf dem man mit dem Wohnmobil für 10 Euro übernachten darf. Für die Aussicht und die Lage ein Spottpreis - Dahn könnte sich eine Scheibe abschneiden! Entgegen aller Vermutungen verlief die Nacht sehr ruhig - Nachts alleine auf der Loreley, das hat was....

Am nächtsten Tag fuhren wir weiter nach Boppard, ständig auf der Suche nach einem geeigneten Stellplatz - dank Corona waren die ziemlich knapp. In Boppard fanden wir einen Parkplatz für Wohnmobile und lösten ein Ticket für 5 Euro - für 24 Stunden - Problem gelöst. Die Zeit reichte auch noch für eine Schifffahrt auf dem Rhein - trotz Wetterprognose "Gewitter und Starkregen" sind wir trocken geblieben.

Eine Nacht in Boppard hat gereicht, wir wollten zurück in Richtung Bingen - Rüdesheim, wo es jede Menge Stellplätze gibt - wollten....

Wir fuhren den Rhein entlang, ab und zu musste ich anhalten, um Fotos zu machen - nur in Oberwesel, da reichte ein kurzer Stop nicht. Viel zu viele Sehenswürdigkeiten gibt es dort -  für mich war es unmöglich, weiterzufahren.

Durch Zufall entdeckte  ich ein kleines Schild mit Camping- und Wohnmobil-Symbol, ein schmaler Weg führte uns zum Campingplatz "Schönburgblick". Der Betreiber, ein Holländer, war sehr freundlich und bot uns einen Wohnmobil-Stellplatz für 13 Euro an - oder ab 18 Uhr einen "normalen" Platz auf dem Campingplatz. Wir entschieden und für den Wohnmobilplatz und verbrachten eine ruhige Nacht. Trotz des benachbarten Bolzplatzes, der auch als Jugendtreff dient, war es verhältnismäßig ruhig - der Brötchendienst funktionierte einwandfrei. Nachts begann es dann zu regnen und am Tag darauf sah es auch nicht viel besser aus - also machten wir uns nach einer erneuten Besichtigungstour auf den Heimweg - es war eine gute Entscheidung, auf ein Wohnmobil umzusteigen....


Die bösen Wildcamper - meine Meinung dazu

In  letzter Zeit häufen sich die Berichte in der Tagespresse über "Wildcamping". Anfangs war es nur ein Campingplatzbetreiber aus Dahn, der sich über diese "Verbrecher" aufregte, doch mittlerweile macht die Polizei öfter mal Kontrollen...

Zunächst habe ich mich darüber aufgeregt, aber mittlerweile sehe ich das Ganze etwas anders.

 

Zunächst einmal ist es tatsächlich so, dass wildes Übernachten im Naturpark Pfälzerwald grundsatzlich verboten ist. Ausser dem besagten Campingplatz-Betreiber, der wohl in erster Linie ein wirtschaftliches Interesse an einer Verfolgung hat, würde ein Wohnmobil auf einem Parkplatz wohl Niemand stören - ABER: Es gibt eben Unterschiede.

 

Wenn wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind, dann fahren wir meistens ohne festes Ziel los und suchen zunächst nach einer "legalen" Übernachtungsmöglichkeit - also einem Stellplatz für Wohnmobile. Gerade in der heutigen Zeit kommt es vor, dass die Stellplätze belegt sind - stellt sich also die Frage, was jetzt?

Bleiben wir beim Beispiel des bereits genannten Campingplatzes in Dahn: Hier kostet eine einfache Übernachtung für 2 Personen mit Hund etwa 30.- Euro zzgl. Kurtaxe, ausserdem wird dort ein "Quickstop" für 14.- Euro zzgl. Kurtaxe angeboten - eine reine Übernachtung von 20 Uhr bis 9 Uhr morgens...  Das ist keine Alternative, sondern ein Alibi. Wenn ich um 9 Uhr wegfahren soll, dann muß ich um 7 Uhr aufstehen - im Urlaub !!!

Es bleibt also eigentlich nur die Option, irgendwo einen Parkplatz zu suchen und die Nacht am Rande der Legalität zu verbringen.

 

Hier fangen dann die Unterschiede an. Während es bei uns so aussieht, dass wir uns auf einen befestigten Parkplatz stellen (....meistens da, wo es in der Nähe was zum Essen gibt...) und uns ruhig verhalten, gibt es auch andere Varianten:

 

Einige Leute halten es im Wohnmobil nicht aus, fahren dann die Markise aus und machen es sich mit Campingstühlen, Grill usw. "etwas wohnlicher". Das Ganze findet dann nicht auf einem befestigten Parkplatz statt, sondern auf irgend einer Waldlichtung oder auf Wirtschaftswegen. Da man sich unbeobachtet fühlt ist es auch nicht schlimm, wenn man bei der Gelegenheit auch mal die Wassertanks entleert und seinen Müll bequem im Wald oder in einem öffentlichen Mülleimer entsorgt. 

 

Dann gibt es noch die Romantik- und Survival-Camper, die grundsätzlich in der freien Natur übernachten - ohne Toilette  natürlich...

Das Gleiche gilt übrigens auch für Tages-Ausflügler, die sich auch gerne als "Heggeschisser" betätigen. Das geht natürlich nicht !

So verhält es sich auch mit Zelten und Feuerstellen - obwohl wir das als Jugendliche auch gerne gemacht haben....

 

Was ich allerdings nicht verstehe: Es gibt viele Leute, die wie ich mit dem Wohnmobil autark unterwegs sind, keinerlei Lärm machen und ihren Dreck mitnehmen. Das Auto ist extra dafür gebaut, um in der Natur zu übernachten, ohne sie zu zerstören. Was ist so schlimm daran, wenn ich beispielsweise auf einem Burg-Parkplatz (....den nachts keiner braucht...) übernachte - natürlich ohne Campingmöbel und offenes Feuer? Auf dem Loreley-Plateau ist das beispielsweise so geregelt, dass man sich ein Übernachtungs-Ticket lösen kann und auf dem "normalen" Besucher-Parkplatz stehen darf - das funktioniert einwandfrei. Die Nacht kostet dort übrigens 10 Euro - das ist nicht die Welt, bringt aber der Gemeinde trotzdem einige Euronen, für die man beispielsweise auch ein paar Müllgefäße aufstellen kann...

 

Das könnten sich die Verantwortlichen aus der Pfalz einmal anschauen, statt sich nicht nur stur nach Paragraphen zu richten, die vor Jahrzehnten entstanden sind...

 

Und noch eine Bitte für diejenigen, die es gerne "Wohnlich" wollen: Fahrt doch einfach auf einen Campingplatz. Dort könnt ihr eure Möbel aufstellen, ein Vorzelt aufbauen und davor nochmal einen Pavillon....  Aber Wohnmobil-Stellplätze sind dafür eben nicht gemacht.


Der Umparker

Am letzen Wochenende waren wir in mal wieder Luxemburg unterwegs.

Zugegeben, wir fanden keinen "regulären" Stellplatz und stellten uns einfach zu ein paar anderen Wohnmobil-Fahrern an die Slip-Anlage in der Nähe von Remich.

Da in Deutschland sowohl Camping- als auch Stellplätze wegen Corona geschlossen waren, war auch dieser Platz gut besucht.

Am Samstagnachmittag kam dann ein etwas größeres Wohnmobil angefahren. Die 3,5-Tonnen-Schilder interessierten den Fahrer ebensowenig, wie die Tatsache, dass der Platz eigentlich voll war. Er stellte sich einfach in die 2. Reihe - obwohl er so anderen Fahrzeugen die Ausfahrt versperrte. Ein kurzes Summen und die automatischen Stützen, sowie die Sat-Antenne waren ausgefahren.

Der Fahrer stieg aus und stolzierte erst einmal um sein Fahrzeug. Die anderen Wohnmobile waren für ihn anscheinend nicht vorhanden. Gleich darauf ließ er seinen Hund heraus, der dann erst einmal wild kläffend ohne Leine die Gegend erkundete. Kurz darauf fuhr eins der geparkten Wohnmobile weg - nun hatte es der Typ aus der 2. Reihe plötzlich eilig. Summen - Stützen rein - unbeholfenes Rückwärtsfahren, 4 oder 5 Versuche, das 9-Meter-Gefährt einzuparken - wieder Summen, Stützen raus, Platz 2 war eingenommen - allerdings noch nicht mit dem gewünschen  Moselblick. 

Kurz gesagt, er parkte nochmal um. und war einigermaßen zufrieden - bis ein Spaziergänger seinen PKW wegfuhr, der an der Einfahrt zur Slipanlage geparkt war.

Wieder schnelle Schritte, wieder Summen - umparken - diesmal genau in der Zufahrt zur Slipanlage, die gerade an den Wochenenden von Jetski-Fahrern gerne genutzt wird. Stützen raus, Antenne raus - nach mir die Sintflut.

Natürlich kamen am Sonntag vormittags die Jetski-Fahrer und hatten ihre liebe Mühe, rückwärts an dem Riesen-Teil vorbeizukommen. Der ignorante Umparker saß indessen ein paar Meter weiter auf seinem Campingstuhl und amüsierte sich köstlich, während sein Hund ununterbrochen dazu kläffte.

Ich kann es nicht mit Gewissheit sagen - aber irgendwer musste sich an diesem Tag beschwert haben, denn zum ersten Mal sah ich an dieser Stelle einen Polizeiwagen. Die Polizisten machten allen WoMo-Fahrern freundlich, aber bestimmt klar, dass hier kein Stellplatz ist und das Campieren in Luxemburg grundsätzlich verboten ist.

Wie auch immer - wir wollten an diesem Tag sowieso nach Mondorf weiterfahren, also war es uns mehr oder weniger egal, es gab ja auch keine Strafe..

Aber wegen solcher Ignoranten bekommen Leute die sich benehmen, immer wieder Schwierigkeiten, wobei man das bei diesem Zeitgenossen schon nach den ersten 10 Minuten kommen sah....


Romantisches Zelten am Lago Maggiore

Im Frühjahr 1998 hatte ich das Geschäft eines mir bekannten Werbetechnikers übernommen und bekam gleich einen Großauftrag, der mich ziemlich forderte. So beschlossen meine Frau und ich im Spätsommer, ein paar Tage an den Lago Maggiore zu fahren. Dort kannten wir die Gegend und wir machten eigentlich unseren ersten Urlaub ohne Kinder - ganz romantisch ohne Planung, dafür mit Zelt und Camping-Ausrüstung im Kofferraum. Es war kein Fehler.

Wir fanden in der Nähe von Cannobio einen netten Campingplatz, bauten unser Zelt auf und richteten uns ein. Nach einem Besuch der Statue von San Carlo und einer Bootsfahrt von Stresa zu den Borromeischen Inseln machten wir uns auf den Weg zum Monte Rosa. Auf dem Weg dorthin machten wir in einer kleinen Ortschaft Rast und wollten eine Kleinigkeit essen. Erfahrungsgemäß sind die Portionen in der Gegend nicht allzu üppig, deshalb bestellten wir Makkaroni als Vorspeise und ein Schnitzel als Hauptgericht - ein fataler Fehler. Nach einer Viertelstunde ging die Küchentür auf und die freundliche Bedienung brachte eine Riesen-Portion Makkaroni - locker für 3-4 Personen ausreichend. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um die Portion für meine Frau handelte, meine kam noch.... Mit den Schnitzeln verhielt es sich ähnlich - die Pommes wurden in Extra-Schüsseln serviert, weil sie nicht mehr auf die Teller passten.. Irgendwie haben wir es trotzdem geschafft und fuhren weiter zum Monte Rosa. Dort waren wir auf dem Gletscher unterwegs und ich bekam den ersten Sonnenbrand meines Lebens.

Zurück auf dem Campingplatz bemerkte ich die eigenartige Färbung des Himmels und machte mich daraufhin auf die Suche nach Schnüren und Sturmheringen. Die benachbarten Camper saßen vor ihren Zelten und amüsierten sich über den dummen Deutschen, der bei glühender Hitze sein Zelt mit starken Bändern sicherte.

Diese Sicherung hatte ich allerdings nicht umsonst gemacht. Während des Gewitters in der folgenden Nacht war ich derjenige, der sich über die anderen Camper amüsierte, die im Regen herumrannten, um ihre Zelte einigermaßen zu sichern.

Was mir in diesem Zusammenhang noch einfällt: Ein Zelt hat nur eine dünne Stoffwand. Egal, welche Aktivitäten man im Zelt vollführt - der Nachbar hört mit. So denke ich immer wieder gerne an die Gespräche unseres Zeltnachbarn zurück, dessen Bekannter das komplette Alphabet rückwärts rülpsen konnte..... ein romantisches Erlebnis, so ein Zelturlaub....


Erkenntnisse über Wildcamper

In letzer Zeit haben wir - Corona sei Dank - auch ein paar Erfahrungen beim Wildcampen gemacht.

 

Über Aussagen eines Dahner Campingplatzbetreibers, die Wildcamper würden ihren Müll auf seinem Platz entsorgen oder sich dort sogar mit Frischwasser eindecken, habe ich eigentlich eher gelächelt.

 

So war es auch bei der Aussage der Campingplatz-Chefin aus Schwebsange (LUX), die Wildcamper würden nachts auf den Platz kommen, um die Toiletten und Duschen zu benutzen.

 

 

Ich habe mich getäuscht !

 

Vor ein paar Tagen konnten wir bei Remich (LUX) beobachten, wie eine Frau die WC-Kassette ihres Wohnmobils, verpackt in einer Einkaufstasche, etwa einen Kilometer weit zum Wohnmobil-Stellplatz Remich trug und den Inhalt dort entsorgte - ich würde mich zu Tode schämen!

Zugegeben - es ist besser, die Kassette dort zu leeren, als sie in die Mosel zu kippen.

 

ABER: Muß das sein? Kann man seine Fahrten nicht so planen, dass man hin und wieder einen Platz mit Entsorgung anfährt?

 

Etwas Ähnliches erlebten wir eine Woche vorher: Auf unserem "wilden" Stellplatz stand ein belgisches Wohnmobil. Es ist schon aufgefallen, dass die "Bewohner", sowie ihr zahlreicher Besuch, immer wieder die Straße überquerten, um in den Büschen dahinter zu verschwinden. Wir dachten uns einfach unseren Teil. Der Höhepunkt kam aber noch - nach 2 Übernachtungen machten die Leute ihr WoMo reisefertig.

Bei der Abfahrt drehte der Beifahrer den Abwasserhahn auf, stieg ins Auto und sie fuhren davon - eine breite Abwasserspur markierte ihren Weg.

 

Fazit:

 

Eine Drecksau wird immer eine Drecksau bleiben ! 


Einfach mal baumeln lassen

Leute, die uns kennen werden es kaum glauben: Wir haben es tatsächlich geschafft, 2 Tage auf einem Stellplatz zu verbringen und einfach nur zu faulenzen. Das war in Zeltingen-Rachtig der Fall.

Natürlich gab es trotzdem eine Menge zu erleben - vor allem, was die anderen Camper betraf. Dabei habe ich erkannt, dass sich die meisten WoMo-Fahrer so verhalten, als müssten sie den Rest ihres Lebens auf diesem Platz verbringen. Obwohl sie nur eine oder zwei Nächte bleiben, parken sie ständig um, immer auf der Suche nach dem besten Platz. Dabei vergessen sie, warum sie eigentlich unterwegs sind: Um sich zu erholen...

Ebenso verstehe ich nicht, was manche Leute so alles mit sich herumschleppen. Sie sind mit einem 9-Meter-Mobil unterwegs und haben oftmals noch einen Hänger dabei - wozu ??

Andere sitzen den ganzen Tag lang im Wohnmobil vor der Glotze und wissen sonst nichts mit sich anzufangen. Schaue ich mir dann mal die Bewertungen einiger Leute an, muss ich trotz allem schmunzeln. Sie fahren einen Platz an, der für autarke Mobile ausgelegt ist und beschweren sich dann, dass sie für die Benutzung einer Toilette (....die NICHT zum Platz gehört) zahlen müssen. Die Entsorgung war übrigens im Preis einbegriffen. Am besten hat mir aber der Fahrer eines "Lieferwagens" gefallen, der neben uns gestanden hat. Als Lieferwagen bezeichne ich gerne die Wohnmobile auf Basis eines Kastenwagens - mit Schiebetür etc. Schon bei der Ankunft hat man gesehen, wie diese Leute unterwegs sind. Die Frau kam schnellen Schrittes zu dem freien Platz und hätte diesen wohl auch mit dem Leben verteidigt. Der Mann kam mit dem WoMo hinterher und schaffte es tatsächlich, beim 3. Versuch einigermaßen gerade einzuparken. Während des Aufbaus würdigte er uns keines Blickes - ein "Guten Tag" gehört anscheinend nicht zu seinem Wortschatz. Das  änderte sich übrigens bis zu seiner Abreise nicht.

Sonntag vormittags kamen dann die Wasserschnorrer, um auf dem Platz kostenlos zu entsorgen und Wasser zu tanken. Auch wir mussten entsorgen und hatten eine entsprechende Wartezeit, die aber durch einen jungen Mann verkürzt wurde, der sich beim Entsorgen noch den Kopf gewaschen hat...

Fazit: Egal, auf welchem Stellplatz man ist - langweilig wird es eigentlich nicht.


Wohnmobil mal anders...

Wenn man mit offenen Augen unterwegs ist, dann kann man auch was sehen und erleben. So konnten wir 2 Camperinnen beobachten, die mit einem Fiat 500 Abarth auf einem Wohnmobil-Stellplatz kamen und neben uns einparkten. Zunächst einmal dachte ich, dass die beiden nur parken wollten - dann aber begann das Umräumen:

Alle Dinge aus dem Kofferraum wurden in den vorderen Fußraum geräumt, dann die vorderen Sitze vor- und die Rückbank heruntergeklappt. Anschließend legten die beiden eine aufblasbare Matratze ins Auto, die vom Kofferraum bis zu den umgeklappten Vordersitzen reichte. Man glaubt nicht, wie viel Platz in einem Kleinwagen ist...

Mir persönlich wäre das zum Schlafen heute sicherlich zu unbequem - aber was macht man in jungen Jahren nicht alles??  Der Vorteil dieses Stellplatzes lag auch darin, dass 100 Meter weiter öffentliche Toiletten zu finden waren. Auf jeden Fall machten die beiden am nächsten Morgen einen recht ausgeruhten Eindruck und das ist doch die Hauptsache - oder ?


....Fortsetzung folgt....